Die Historische Kommission wünscht Ihnen ein schönes Weihnachtsfest und ein gesundes neue Jahr!

 

21 I HiKoPod I Karl IV. und der falsche Woldemar von Brandenburg ‒ Ein Gespräch mit Olaf B. Rader

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Im Sommer 1348 tauchte überraschend ein Pilger aus dem Heiligen Land auf, der vorgab, der rechtmäßige Markgraf Woldemar von Brandenburg zu sein. Er sei 1319 nicht verstorben, sondern ins Heilige Land aufgebrochen, um Buße zu tun und er wolle nun seine Herrschaft wieder antreten. Diesem vermeintlichen Markgrafen gelang es, von Karl IV. mit der Mark Brandenburg belehnt zu werden, die Kurwürde zu tragen (und auch auszuüben), circa zwei Jahre Rechtsgeschäfte zu tätigen und die Unterstützung eines Teils der märkischen Landstände zu gewinnen. Doch damit nicht genug, auch benachbarte Reichsstände, die eigene Interessen verfolgten, akzeptierten die angebliche Wiederkehr.

Mit Olaf B. Rader, dem Autor der Biografie ‚Kaiser Karl der Vierte. Das Beben der Welt‘ (C.H. Beck 2023), unterhalten wir uns über diese Vorgänge. Wir tauchen ein in die politischen und wirtschaftlichen Interessen der beteiligten Nutznießer und lernen die Voraussetzungen kennen, die erfüllt sein mussten, damit einem vermeintlich wiedergekehrten (falschen) Herrscher Glauben geschenkt wurde. Wenn Sie mehr über die Legitimität von Herrschaft im Spätmittelalter wissen wollen, dann hören Sie rein ‒ https://hikopod.podigee.io/21-karl_woldemar.

20 I HiKoPod I Karl IV. und die Mark Brandenburg im 14. Jahrhundert ‒ Ein Gespräch mit Olaf B. Rader

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Wie kaum ein anderer spätmittelalterlicher Herrscher steht Karl IV. für eine skrupellose Erweiterung der eigenen Hausmacht auf Kosten des Reiches, für Zuckerbrot und Peitsche im Umgang mit Vasallen und für „ostentative Frömmigkeit“ zur Stärkung der Herrschaft sowie des eigenen Ansehens. Dass er „ohne Zweifel einer der bedeutendsten und widersprüchlichsten Herrscher im spätmittelalterlichen Europa“ war, hat Olaf B. Rader in seiner sehr lesenswerten Biografie ‚Kaiser Karl der Vierte. Das Beben der Welt‘ gezeigt.

Mit dem Autor unterhalten wir uns darüber, wie Karl IV. sich die Mark Brandenburg kriegerisch einverleibte, um die luxemburgische Hausmacht zu stärken. Ferner erfahren wir, welche skrupellosen Wege er fand, um sein eigenes Verfassungsdokument – die Goldene Bulle – zu unterlaufen und ob es Karl IV. verstand, die märkischen Landstände auf seine Seite zu ziehen. Hören Sie rein – https://hikopod.podigee.io/20-karl_brandenburg.

20. November 2023 – Der Neue Markt und das Marienviertel – Das Tagungsvideo ist online

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Wer kennt den Neuen Markt in Berlin noch? Der mittelalterliche Platz aus dem 13. Jahrhundert, der die fernhandelstaugliche Infrastruktur für den Aufstieg Berlins zur Handelsstadt schuf, ist heute nicht mehr präsent. Lediglich die Marienkirche lässt erahnen, dass hier einst zahlreiche Berlinerinnen und Berliner gelebt und gewirkt haben. Als Stadterweiterung ergänzend zum Molkenmarkt geschaffen, befand sich im 13. Jahrhundert im Marienviertel am Hohen Steinweg das erste steinerne Haus. Der Hohe Steinweg, vermutlich Berlins erste gepflasterte Straße, verband den großen und regelmäßig ausgeformten Neuen Markt mit der Oderberger Straße (heute Rathausstraße), die zur Oder (und damit zur Ostsee) führte. Auch dank des Neuen Marktes gelangten die Berliner Bürger zu Wohlstand. Die gesamte Frühe Neuzeit hindurch blieb der geräumige, weitläufige und schöne Platz ein Anziehungsort für Händler, Handwerker und Gewerbetreibende. Neben der wirtschaftlichen Infrastruktur prägten das Marienviertel urbane, gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Funktionen. Während die Marienkirche vom christlichen Glauben zeugt, spiegelte ab 1714 die Alte Synagoge in der Heidereutergasse jüdisches Leben wider. Allerdings waren im 16. Jahrhundert die jüdischen Berlinerinnen und Berliner zwei Mal von Übergriffen betroffen; sie wurden beraubt, ausgewiesen und ermordet, wobei der Neue Markt als Gerichtsort fungierte. Mit dem Einzug der Moderne veränderte sich um 1890 das Viertel grundlegend, vor allem die Durchlegung der Kaiser-Wilhelm-Straße (heute Karl-Liebknecht-Straße) sowie große Neubauten gaben dem Neuen Markt einen anderen Charakter. Im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs versank auch der Neue Markt in Schutt und Asche. Nach 1945 ging der Neue Markt in einer großen, heute noch sichtbaren Freifläche auf und wurde zu einer kleinen Grünfläche umgestaltet.

In diesem Zusammenhang präsentieren wir Ihnen das Tagungsvideo der Veranstaltung vom 23. Juni 2023.

10. November 2023 – Buchpräsentation – Die brandenburgischen Kirchenvisitationsabschiede

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Wir laden Sie sehr herzlich ein zur Präsentation des vierbändigen Werkes: Die brandenburgischen Kirchenvisitations-Abschiede und -Register des XVI. und XVII. Jahrhunderts, Bd. 4: Die Mittelmark, T. 1–4, hrsg. von der Historischen Kommission zu Berlin, bearb. von Christiane Schuchard (Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Bd. 109/1–4), Berlin/Boston 2019–2023.

Die Einladung mit dem ausführlichen Programm finden Sie hier.

10. November 2023 – Vorstandssitzung

 

Die Herbstsitzung des Vorstands der Historischen Kommission findet am 10. November 2023 um 14 Uhr im Vortragssaal des Mittelhofs in Berlin-Nikolassee statt.

Die Schlüsselquelle zum Testament des 'Großen Kurfürsten' ist online

 

Die neue Schlüsselquelle zum Testament des 'Großen Kurfürsten' von 1667, bearb. von Michael Rohrschneider, ist ab sofort auf unserer Projektseite 100 Schlüsselquellen zur Geschichte von Berlin, Brandenburg und Preußen verfügbar.

29. September 2023, 16.30 Uhr – Verleihung des HiKo_21 – Nachwuchspreises 2023 an Lydia Bucher M.A.

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Der diesjährige Förderpreis der Historischen Kommission wurde Lydia Bucher M.A. für ihr Dissertationsvorhaben ‚Anthropologische Gesellschaften im langen 20. Jahrhundert. Ein transnationaler Vergleich‘ verliehen. Die Kommission fördert damit ein innovatives und international vergleichend angelegtes Projekt. Das Hauptziel des Projektes ist es, die globalen Netzwerke, die sich im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts entwickelten, im transnationalen Vergleich mehrerer Anthropologischer Gesellschaften unter besonderer Berücksichtigung der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte (BGAEU) zu untersuchen. Die Anthropologischen Gesellschaften, die im 19. Jahrhundert weltweit wie Pilze aus dem Boden sprossen, fungierten als Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Bürgergesellschaft, Kolonialwirtschaft und Bildungseinrichtungen in der Hochzeit des imperial-kolonialen Kapitalismus. Die in den Gesellschaften wirkenden Akteure folgten ihren spezifischen Interessen und sind ein Spiegelbild der kolonialen Verflechtungen der Zeit.

Für ihre Forschungen nutzt die Autorin vielfältige Quellen, wie unter anderem die Publikationen der Anthropologischen Gesellschaften sowie die periodisch erschienenen Zeitschriften. Sie bezieht Bestände der Archive der Gesellschaften ebenso ein, wie die reichhaltige schriftliche Überlieferung in Museums- und Bibliotheksarchiven. Ferner sind die Bestände von gesellschaftsnahen, wissenschaftlichen Institutionen, beispielsweise von Universitäten, aufschlussreich.

Die Preisverleihung fand am 29. September 2023 um 16.30 Uhr im Rahmen der Tagung ‚Berlins Weg in die Moderne‘ im Vortragssaal der Historischen Kommission (Kirchweg 33, 14129 Berlin) statt. Die Einladung finden Sie hier.

28. & 29. September 2023 – 11. wissenschaftliche Tagung des Netzwerks – Berlins Weg in die Moderne

  |   Berlin

Ziel der Tagung war es, die koloniale Verflechtung Berlins in den Blick zu nehmen. Seit dem 18. Jahrhundert gelangten immer mehr Rohstoffe, Heilpflanzen und Genussmittel aus Kolonialräumen ins konsumierende Berlin. Damit durchdrangen auch koloniale Fantasien und Sehnsüchte städtische Sphären. Im Mittelpunkt der Tagung standen Akteur*innen sowie Zeugnisse in Berlin und den Kolonien, wo meist erzwungene Arbeit der einheimischen Bevölkerung zentrale Voraussetzung für den Aufstieg Berlins war. Die Podiumsdiskussion fragte nach der politisch-gesellschaftlichen Verantwortung heute.

Am Sitz der Historischen Kommission in Berlin-Nikolassee (am Mittelhof) sind die Spuren kolonialer Vergangenheit heute noch präsent. Der Mittelhof, 1914 bis 1918 von Wilhelm Mertens, einem Unternehmer in der Berliner Kolonialwirtschaft, für seine sechsköpfige Familie errichtet, ist mit seiner von Hermann Muthesius geschaffenen Architektur noch heute Ausdruck kolonialwirtschaftlichen Handelns und Denkens in Berlin während des Deutschen Reiches. Im Rahmen der Tagung wurde eine Führung angeboten.

Das Programm der Tagung finden Sie hier.

Zwei neue Schlüsselquellen sind online

 

Sie suchen Informationen zur Bischofsresidenz Burg Ziesar oder zur Dispositio Achillea von 1473? Dann schauen Sie in unsere 100 Schlüsselquellen.