Historische Kommission zu Berlin

23. November 2022 – Präsentation des Editionsprojekts ‚Die Lageberichte der Geheimen Staatspolizei für die Reichshauptstadt Berlin‘ mit anschließender Verleihung der HiKo_21 – Nachwuchspreise 2022

Die ‚Lageberichte der Geheimen Staatspolizei für die Reichshauptstadt Berlin‘, die für die Zeit von 1933 bis 1936 vorliegen, sind bislang, obwohl sie eine zentrale Quelle darstellen, noch nicht publiziert worden. Die Berichte sind für die Geschichte des Dritten Reichs und für die Erforschung der NS-Herrschaft deshalb eine wertvolle Quelle, weil sie die Reaktionen der Bevölkerung auf die Maßnahmen des NS-Staates aus der Binnenperspektive der Polizei wiedergeben. Polizeispitzel, verdeckte Ermittler, aber auch Personal aus Behörden wie dem Finanz- und Arbeitsamt trugen die Informationen zusammen, die nach einem festgelegten Muster in die Berichte einflossen. Unter Beobachtung standen die politische Opposition, die jüdische Bevölkerung, der Kirchenkampf beider Konfessionen sowie weitere weltanschauliche Gruppierungen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt und die Stimmung in den Betrieben wurden ebenso erörtert wie die Versorgung mit Lebensmitteln und Gebrauchsgütern. So entstanden vielschichtige Stimmungsbilder aus der Bevölkerung während der Konsolidierungsphase der NS-Herrschaft, die als Quelle zur Erforschung des Dritten Reichs zentral wichtig sind. Von besonderem Wert sind die monatlichen Berichte über Berlin, weil die Reichshauptstadt symbolhafte Bedeutung für das Regime besaß. Sich im ‚roten Berlin‘ politisch zu behaupten und insbesondere die Arbeiterschaft zu gewinnen war eine Conditio sine qua non für die NS-Herrschaft.

Das Vorhaben zielt auf eine historisch-kritische Edition dieser Berichte, die verstreut in drei Berliner Archiven überliefert sind und nun der Forschung sowie einer größeren Öffentlichkeit leicht zugänglich gemacht werden sollen. Es handelt sich um Grundlagenforschung für weitere Arbeiten zur Geschichte von staatlichem Terror und von schrecklicher Gewalt in der Zeit des Nationalsozialismus, nicht nur für Berlin, sondern auch darüber hinaus. Die Form einer Edition wurde gewählt, weil diese einzigartigen Dokumente der umsichtigen Behandlung und Kontextualisierung bedürfen. Erst die wissenschaftliche Erschließung macht sie zur fruchtbaren Grundlage für weitere Untersuchungen. Das Projekt startete am 1. Oktober 2022 und wird von der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung für zwei Jahre finanziell gefördert.

Neben der Präsentation des Editionsprojekts lädt Sie die Historische Kommission zur Verleihung der diesjährigen HiKo_21 – Nachwuchspreise ein. Erstmalig und ausnahmsweise wird aufgrund der hohen Qualität der beiden Bewerbungen der HiKo_21 – Nachwuchspreis gedoppelt. Unsere diesjährigen Preisträger sind: Philipp Dinkelaker M.A. und Jan Markert M.A.

Philipp Dinkelaker M.A. untersucht (und damit ergeben sich thematische Schnittstellen zum laufenden Editionsvorhaben) in seinem innovativen Dissertationsprojekt den Antisemitismus in der deutschen Nachkriegsgesellschaft. Dabei richtet er seinen Blick auf die beiden deutschen Staaten. Sein Untersuchungsgegenstand ist die erzwungene Kollaboration von Jüdinnen und Juden durch die Gestapo und deren erpresste Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst zum Schaden der jüdischen Mitbürger*innen. Indem Herr Dinkelaker über die Systemgrenze hinweg die innerjüdischen Aufarbeitungsprozesse zu diesen Zwangstaten mit der nichtjüdischen NS-Aufarbeitung durch die deutsche Gesellschaft miteinander verbindet, gelingt ihm ein interessanter sowie plausibler Zugang zur Erforschung des Antisemitismus nach 1945. Damit leistet er zugleich einen wichtigen Beitrag zur gegenwärtigen Antisemitismusdebatte.

Unser Preisträger Jan Markert M.A. schreibt eine politische Biografie zum preußischen König (und späteren deutschen Kaiser) Wilhelm I. Sein Dissertationsprojekt lautet ‚Wilhelm I. und die Hohenzollernmonarchie 1840–1866. Eine biographische Studie‘. Seine Forschungen beruhen auf einer beeindruckend großen Quellenbasis, bestehend aus mehreren tausend Briefen sowie aus Tagebüchern und Nachlässen. Insbesondere der Fokus auf bisher noch ungenutzte archivalische Quellen wurde von der Kommission als herausragend gewertet. Mit seinen Arbeiten trägt Herr Markert zum gegenwärtigen Monarchiediskurs in der Preußenforschung wesentlich bei und er bereichert die Historiografie zur Preußischen Geschichte im 19. Jahrhundert auf überzeugende Weise.

Das Programm zur Veranstaltung finden Sie hier.

17. & 18. November 2022 – Nachwuchsforum zur Preußischen Geschichte

Das erste HiKo_21 – Nachwuchsforum fand am 17. & 18. November 2022 im Vortragssaal der Historischen Kommission im Mittelhof (Kirchweg 33, 14129 Berlin) statt. Das Programm finden Sie hier. Das Spektrum der Vorträge reichte von den Abgeordneten im Preußischen Abgeordnetenhaus bis zur Medizin im langen 19. Jahrhundert.

Das Forum ist eine Plattform für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Preußischen Geschichte. Es dient der Präsentation und dem Austausch über Projekte unabhängig von Epoche und methodischem Zugriff. Zugleich bietet es einen Raum, um Anregungen für laufende Vorhaben zu sammeln, Forschungs-Netzwerke aufzubauen und die Sichtbarkeit der Disziplin 'Preußische Geschichte' nach außen zu erhöhen. Als offene, niederschwellige Veranstaltung soll es junge Forscherinnen und Forscher untereinander sowie mit Expertinnen und Experten der Preußenforschung vernetzen.

 

28. Oktober 2022 – Vorstandssitzung

Die Herbstsitzung des Vorstands der Historischen Kommission fand am 28. Oktober 2022 um 14 Uhr im Vortragssaal des Mittelhofs in Berlin-Nikolassee statt.

10 I HiKoPod I Mittelalterarchäologie in Berlin gestern und heute – Ein Gespräch mit Andrea Theissen und Matthias Wemhoff

Auf dem Stadtgebiet der heutigen Metropole Berlin existierten vier mittelalterliche Städte, von denen zwei slawische Burgen als Vorläufer besaßen und zwei als sogenannte Gründungsstädte angesprochen werden können. Während sich in Spandau im Westen und in Köpenick im Osten bereits im 9. und 10. Jahrhundert bedeutende spätslawische Burgen mit dazugehörenden Siedlungen herausgebildet hatten, blieb der Raum dazwischen, das heißt das mittelalterliche Stadtgebiet der beiden Städte Berlin und Cölln in spätslawischer Zeit zunächst nahezu siedlungsleer.

Doch mit der in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von westlichen Herrschaftsträgern getragenen Siedlungsexpansion gelangte der am heutigen Mühlendamm befindliche Spreeübergang in den Blick der neuen Machtinhaber und Siedler. An dieser Stelle entwickelten sich Berlin und Cölln um 1200 zu prosperierenden Städten, wobei Berlin die erfolgreichere Siedlung war. Ein Beweis, dass die Stadt wirtschaftlich und infrastrukturell an Potenz gewann, ist auch der 2021/22 archäologisch ergrabene Bohlendamm am Molkenmarkt.

Von diesem Sensationsfund ausgehend wird im Gespräch die Grabungsgeschichte der vergangenen Jahrzehnte von Berlin mit jener von Spandau verglichen. Anhand des in der Spandauer Zitadelle befindlichen, beeindruckenden Archäologischen Fensters wird von der Genese Spandaus ebenso berichtet wie von den Vorzügen dieser In-Situ-Präsentationen. Sie tauchen ein in spektakuläre archäologische Funde und Befunde im Land Berlin, deren Einbettung in die große mitteleuropäische Urbanisierungsphase im hohen Mittelalter sowie in die Ursprünge Berlins. Hören Sie rein – 10 I HiKoPod I Mittelalterarchäologie in Berlin gestern und heute – Ein Gespräch mit Andrea Theissen und Matthias Wemhoff.

9 I HiKoPod I Der Palast der Republik – Ein Interview mit Harald Engler

Der Palast der Republik galt als Prestigeobjekt sowie als Wahrzeichen der DDR-Staatskultur. Als ‚Haus des Volkes‘ im Herzen Berlins errichtet, löste er das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Hohenzollernschloss ab. Mit dem Abriss des Schlosses betrieben die SED-Machthaber symbolträchtig Geschichtspolitik, wie sie sich knapp 60 Jahre später mit dem Abriss des Palastes der Republik unter anderen Vorzeichen wiederholen sollte.

Auf dem Berliner Schlossplatz, dem geschichtsträchtigsten Ort der Metropole, inszenierte die SED-Führung mit dem Palast der Republik die ‚sozialistischen Errungenschaften der DDR‘. Das Gebäude beherbergte die Volkskammer der DDR, diente als Stätte der SED-Parteitage und fungierte gleichzeitig als Freizeit- und Vergnügungsort. Nach der Wiedervereinigung wurde der Palast zum Sinnbild für die zwischen Ost und West aufbrechenden Widersprüche, Missverständnisse und kulturellen Gräben, die sich auch in der geführten Abrissdebatte auftaten.

Im heutigen Humboldt Forum wiederum, das in der Kubatur des Hohenzollernschlosses für Weltoffenheit und Toleranz wirbt, präsentiert sich das wiedervereinigte, demokratische Deutschland. Die Ambivalenz dieses Ortes fordert zur kritischen Reflektion auf. Gleichzeitig mahnt sie zum behutsamen und verantwortungsvollen Umgang mit Geschichte. Harald Engler gibt Einblicke in die Hintergründe sowie in die aktuellen Diskussionen um dieses historische Erbe. Hören Sie rein – 9 I HiKoPod I Der Palast der Republik – Ein Interview mit Harald Engler.

23. September 2022 – Jahrestreffen des Netzwerks HiKo_21

Das regelmäßige Jahrestreffen des Netzwerks zum Austausch über Erreichtes und Vergangenes sowie über die zukünftigen Planungen fand 2022 am 23. September um 14 Uhr in der Geschäftsstelle der HiKo in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt.

19. August 2022 – 8. Nachwuchsworkshop des Netzwerks HiKo_21 in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin – Nachholveranstaltung vom April 2020

Gemeinsam mit dem Bereich Berlin-Sammlungen der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) holte das Nachwuchsnetzwerk HiKo_21 den 8. Nachwuchsworkshop nach, der aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden musste. Am 19. August 2022 wurden die Bestände der Berlin-Sammlungen, die mehr als 200.000 Bücher, 400 aktuelle und historische Zeitungen auf Mikrofilm, 15.000 Ansichtskarten und vieles mehr zum Thema Berlin umfassen, präsentiert. Die Teilnehmer*innen erhielten Einblicke in die Tätigkeiten der Abteilung – in die Digitalisierung von Beständen, in die Provenienzforschung und in die Recherchemöglichkeiten innerhalb der Sammlung. In kleinen Gruppen konnten die Teilnehmer*innen gegen Ende der Veranstaltung ihr erworbenes Wissen vertiefen.

Das aktualisierte Programm finden Sie hier.

Fotos: © Historische Kommission zu Berlin e.V. (Ellen Franke)

8 I HiKoPod I Land zwischen den Zeiten. Brandenburg in der SBZ und frühen DDR (1945–1952) – Eine Buchpräsentation mit Michael C. Bienert und Hermann Wentker

Michael C. Bienert und Hermann Wentker gaben für die Historische Kommission zu Berlin in der Reihe ‚Brandenburgische Geschichte in Einzeldarstellungen‘ den Band ‚Land zwischen den Zeiten‘ heraus, der die unmittelbare Nachkriegszeit und den Übergang des Landes Brandenburg in die DDR (bis zur Neubildung der Bezirke) beleuchtet. Gemeinsam mit namhaften Autoren beleuchten sie politische, verwaltungsbezogene, wirtschaftliche sowie gesellschaftliche Themenfelder und schildern den schwierigen Neuanfang nach dem Kriegsende. Die sozialistisch-kommunistische Zentralisierung und Politisierung weiter Gesellschaftsbereiche in den ersten Jahren nach 1945 stehen ebenso im Vordergrund wie der (West)berlin-brandenburgische Verflechtungsraum, der sich für Brandenburg auf besondere Weise auswirkte.

 

Beide Herausgeber präsentieren diesen facettenreichen sowie interessant geschriebenen Band und erläutern die Konzeption des Werkes. Die unmittelbaren Kriegszerstörungen, die Flüchtlingsströme, die Mangelzustände und die Gewaltexzesse werden von ihnen eindrücklich geschildert. Ferner geben sie Einblicke in den Wiederaufbau der Verwaltung durch die Rote Armee sowie die SMAD, in die personellen Konstellationen und die politischen Säuberungswellen sowie die Repressionen ab 1948. Nicht zuletzt ziehen sie Vergleiche zu benachbarten Ländern. Hören Sie rein – 8 I HiKoPod I Land zwischen den Zeiten. Brandenburg in der SBZ und frühen DDR (1945–1952) – Eine Buchpräsentation mit Michael C. Bienert und Hermann Wentker.

15. Juli 2022 – Bewerbungsfrist – Sommerschule der Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz

Auch in diesem Jahr führt das Akademiezentrum für Mittelalter und Frühe Neuzeit (AMZ) der Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz eine Sommerschule zum Erwerb grundwissenschaftlicher Kenntnisse in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte durch. Die Sommerschule wird vom 19. bis 23. September 2022 in Mainz stattfinden. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt. Bewerbungen wurden bis zum 15. Juli 2022 unter akademiezentrum[-at-]adwmainz.de entgegengenommen.

Die vollständige Ankündigung finden Sie hier.

24. Juni 2022 – Sommertreffen des Netzwerks HiKo_21 mit anschließendem Gartenfest

Das Netzwerk wird zum alljährlichen Sommertreffen am 24. Juni 2022 um 14 Uhr in Berlin-Nikolassee zusammenkommen, um sich über aktuelle Themen der Landesgeschichtsforschung auszutauschen. In diesem Jahr stehen Drittmitteleinwerbungen, Wissenschaftskommunikation und Hürden in der wissenschaftlichen Karriereplanung im Fokus des vierstündigen Treffens. Das Treffen wird am Abend in geselliger Atmosphäre ausklingen.

Das ausführliche Programm finden Sie hier.

17. Juni 2022 – Vorstandssitzung

Die Sommersitzung des Vorstands der Historischen Kommission fand am 17. Juni 2022 um 14 Uhr im Vortragssaal des Mittelhofs in Berlin-Nikolassee statt.

7 I HiKoPod I Revolutionen erinnern. 1848, 1918 und 1989 im deutschen Gedächtnis – Ein Vortrag von Martin Sabrow

Die revolutionären Umwälzungen von 1848, 1918 und 1989 fristen im kollektiven Gedächtnis der Bundesrepublik – insbesondere im Vergleich zu anderen Nationen – ein stiefmütterliches Dasein. Der Frage, warum die Revolutionserinnerung in Deutschland so schwach ausgeprägt ist, geht Professor Dr. Martin Sabrow nach. Er hielt den Vortrag im Rahmen der Tagung ‚Friedhof der Märzgefallenen. Zum Ort der Revolution von 1848 in der DDR‘. Der Zeithistoriker gelangt zu der interessanten These, dass der Wandel in der deutschen Erinnerungskultur weg vom heroischen Geschichtsdenken hin zu einem opferzentrierten Gedenken vor dem Hintergrund des nationalsozialistischen Zivilisationsbruches mitursächlich dafür sein dürfte, dass das deutsche Revolutionsgedenken so blass ist. Hören Sie rein — 7 I HiKoPod I Revolutionen erinnern. 1848, 1918 und 1989 im deutschen Gedächtnis – Ein Vortrag von Martin Sabrow.

9. & 10. Juni 2022 – Friedhof der Märzgefallenen. Zum Ort der Revolution von 1848 in der DDR – wissenschaftliche Tagung

Berlin war 1848 eine der wichtigen europäischen Revolutionsmetropolen, in der der Friedhof der Märzgefallenen als Begräbnisort zweier Revolutionen besondere erinnerungspolitische Bedeutung erlangte. In Vorbereitung auf das 175-jährige Jubiläum 2023 wurden die Erinnerungsphasen in der DDR herausgearbeitet. Ziel war es, die starke gestalterische DDR-Prägung dieses Gedenkortes kritisch zu reflektieren und Wege zu suchen, wie heute verantwortungsvoll mit dem Erbe umgegangen werden kann. In Kooperation mit dem Paul-Singer-Verein, dem Landesdenkmalamt Berlin und dem Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam veranstaltete die Historische Kommission diese wissenschaftliche Tagung, die im Einstein-Saal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) stattfand.

Das Programm finden Sie hier.

7. Mai 2022 – 63. Jahresmitgliederversammlung

Die 63. Jahresmitgliederversammlung der Historischen Kommission zu Berlin e.V. fand am 7. Mai 2022 um 14 Uhr (s.t.) im Einstein-Saal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie parallel im Zoom statt.

HiKo_21 – Nachwuchspreis 2022 – Bewerbungsfrist 1. Mai 2022

Zum fünften Mal schrieb die Historische Kommission zu Berlin e.V. den Preis zur Förderung von Nachwuchsforschungen auf dem Gebiet der Landesgeschichte von Berlin, Brandenburg und Preußen aus. Förderfähig sind laufende wissenschaftliche Projekte (Dissertationsvorhaben, Archivaufenthalte, Tagungen & Workshops, Ausstellungen, Editionen, wissenschaftliche Vorhaben aus dem Bereich der Digital Humanities oder die Finanzierung einer Kinderbetreuung während der Forschungsarbeit). Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert und kann sowohl einer Einzelpersönlichkeit als auch einem Forscherteam zuerkannt werden. Bewerbungsfrist war der 1. Mai 2022.

Den vollständigen Ausschreibungstext finden Sie hier.

Am 9. März 2022 erschienen – Klaus Neitmann/Winfried Schich † (Hrsg.)/Joachim Stephan (Bearb.), Städtebuch Historisches Ostbrandenburg

Klaus Neitmann/Winfried Schich † (Hrsg.)/Joachim Stephan (Bearb.),

Städtebuch Historisches Ostbrandenburg (Bibliothek der Brandenburgischen und Preußischen Geschichte, Bd. 19/Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. Neubearbeitung, Bd. 4), Berlin 2022, BWV. Berliner Wissenschafts-Verlag.

Open Access

6 I HiKoPod I Die Bodenreform 1945/46 in Brandenburg – Ein Interview mit Arnd Bauerkämper

Die Bodenreform, die 1945/46 auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone durchgeführt worden ist, stellte einen der schwerwiegendsten Eingriffe in die Eigentumsverhältnisse auf dem Land dar. Über Jahrhunderte gewachsene soziale, gesellschaftliche, agrarische und wirtschaftliche Strukturen wurden quasi über Nacht in sozialistische Strukturen transformiert. Gutsbesitzer und Landwirte, die über 100 Hektar ihr Eigen nannten und jene Landwirte, die den Nationalsozialismus unterstützt hatten, wurden entschädigungslos enteignet. Weder wurde in Ansehung der Person noch unter Berücksichtigung der Bodengüte entschieden.

Über die sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verwerfungen, die in Brandenburg aus der Bodenreform resultierten, informiert diese Podcast-Episode. Die Hintergründe, Zusammenhänge und Konfliktlinien werden – vor dem Hintergrund des heraufziehenden Kalten Krieges Ende der 1940er-Jahre – ebenso beschrieben wie die Nöte und Ängste der Betroffenen. Hören Sie rein — 6 I HiKoPod I Die Bodenreform 1945/46 in Brandenburg – Ein Interview mit Arnd Bauerkämper.

18. Februar 2022 – Vorstandssitzung

Die Sitzung des Vorstands der Historischen Kommission fand am 18. Februar 2022 online per Zoom statt.

5 I HiKoPod I Das politische Testament Friedrichs II. von Preußen von 1752 – Ein Interview mit Frank Althoff

Friedrich II. von Preußen war wohl einer der widersprüchlichsten Monarchen des 18. Jahrhunderts. Seine militärischen Erfolge schufen die Voraussetzungen, um in die Riege der europäischen Großmächte aufgenommen zu werden und die Provinz Schlesien dem preußischen Territorienverband einzuverleiben. Doch mit diesem Vorgehen brach er viele Erwartungen seiner Zeit.

1712 geboren und 1740 an die Macht gelangt, schrieb der Monarch gerade einmal vierzigjährig sein erstes politisches Vermächtnis nieder. Dies tat er 1752 in einer (selbst verschuldet) gefährlichen Lage. Zwar hatte er (bis zu diesem Zeitpunkt) in zwei Schlesischen Kriegen den österreichischen Habsburgern ihre wirtschaftlich stärkste Provinz unrechtmäßig entrissen, aber er konnte sich seines Zugewinns keineswegs sicher sein. Ihm war bewusst, dass es eine habsburgische Revanche geben würde. Auch schaute er auf ein ermattetes und wirtschaftlich darnieder liegendes Land. Über den Zustand Preußens sowie seines Königs um 1750 (und darüber hinaus) erfahren Sie mehr in diesem Gespräch. Hören Sie rein — 5 I HiKoPod I Das politische Testament Friedrichs II. von Preußen von 1752 – Ein Interview mit Frank Althoff.

Am 25. Januar 2022 erschienen – Michael C. Bienert/Hermann Wentker (Hrsg.), Land zwischen den Zeiten

Michael C. Bienert/Hermann Wentker (Hrsg.),

Land zwischen den Zeiten. Brandenburg in der SBZ und frühen DDR (1945–1952) (Brandenburgische Geschichte in Einzeldarstellungen, Bd. 7 | Bibliothek der Brandenburgischen und Preußischen Geschichte, Bd. 18), Berlin 2022, BWV. Berliner Wissenschafts-Verlag.

Open Access

24. Januar 2022 – Ehemals ein ansehnlicher Platz. Der Berliner Molkenmarkt in seiner historischen Bedeutung – Das Tagungsvideo ist online

Der Molkenmarkt in Berlin ist der älteste Platz der Metropole. Doch diese Bedeutung ist ihm heute nicht mehr anzusehen. Weder lässt sich Ur-Berlin erahnen noch vermittelt die große Straßenkreuzung Aufenthaltsqualität.

Doch mit den archäologischen Grabungen (auf denen jüngst ein Bohlendamm aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entdeckt wurde), der Straßenverlegung und der Neugestaltung des Quartiers kündigen sich umfangreiche städtebauliche Veränderungen an, die die Historische Kommission mit weiteren Partner*innen wissenschaftlich begleitet.

In diesem Zusammenhang präsentieren wir Ihnen das Tagungsvideo des wissenschaftlichen Kolloquiums vom 8. Oktober 2021.

16. Januar 2022 — Zum Tod von Professor Dr. Ingo Materna

Tief bestürzt und sehr traurig nehmen wir Abschied von Professor Dr. Ingo Materna. Er verließ uns am 16. Januar 2022. Am 22. Juni dieses Jahres hätte er seinen 90. Geburtstag gefeiert.

Wir trauern um einen verdienten Historiker und ein angesehenes Mitglied unserer Kommission. Wir werden Professor Materna ehren. Seine wissenschaftlichen Leistungen für Berlin und Brandenburg bilden auch zukünftig ein hervorragendes Fundament der berlin-brandenburgischen Landesgeschichte.

In diesen schweren Stunden sind unsere Gedanken bei seiner Frau und seiner Familie. Ihnen gilt unser tief empfundenes Mitgefühl.

Einen kurzen Nachruf finden Sie hier.