Die ‚Humboldt(sche)‘ Universität – Gründung und Wirkung, Mythos und Geschichte
Zusammenfassung
Humboldts Text ‚Ueber die innere und äussere Organisation der höheren wissenschaftlichen Anstalten in Berlin‘ von 1809, obwohl in der Gründungsgeschichte gar nicht als Planungsgrundlage präsent, hat gleichwohl bis heute eine breite Debatte inspiriert. National wie international wird mit dem Text, in der Formel von ‚Einsamkeit und Freiheit‘ verdichtet, die Einheit von Forschung und Lehre, von Bildung durch Wissenschaft, von Zweckfreiheit und der Autonomie gegenüber dem Staat die einzig wahre ‚Idee der Universität‘ definiert, aktuell wird der Text aber auch als Mythos einer nicht existenten Praxis dekonstruiert. Tatsächlich war Humboldts Universitätsgründung sehr viel pragmatischer und staatsnäher, sein Bezugspunkt war das Bildungssystem insgesamt und die interne Arbeitsteilung und Zuordnung von Bildung und Wissenschaft, Forschung und Lehre, Schule, Universität und Akademie. In der Qualifizierung als Mythos wird vor allem – und unbestreitbar - die Differenz von programmatischer Emphase und der Realität der Universität thematisiert, hier und da, dann aber ganz unbegründet, sogar Humboldts Rolle als der ‚wirkliche Gründer‘. Die emphatische Überlieferungstradition wie die Kritik bestätigen letztlich, aber auch die inspirierende Kraft des Textes und seine Wirkungsgeschichte dokumentiert, dass Universitäten nicht ohne eine ambitiöse Selbstbeschreibung ihrer Aufgabe agieren können. Humboldts Text kann solche Leitbilder bis heute inspirieren.
Kontextualisierung
Die ‚Idee der Universität‘ im Ursprung – Humboldts Konzept und der Mythos der deutschen Universität
Heinz-Elmar Tenorth
Die ‚Idee der Universität‘ im Ursprung – Humboldts Konzept und der Mythos der deutschen Universität
Humboldts Text ‚Ueber die innere und äussere Organisation der höheren wissenschaftlichen Anstalten in Berlin‘[1] ist nicht nur eine Schlüsselquelle zur Geschichte Berlins und vor allem für die Geschichte der ‚Universität zu Berlin‘, er hat die Selbst- und Fremdwahrnehmung der Berliner Universität und der ‚modernen‘ Universität überhaupt in nachhaltiger Weise und über Berlin hinaus auch international stark beeinflusst. Unter anderem von diesem Text aus wurden die Gründung der Universität und die Intentionen ihres Gründers erläutert, [2] er wurde (von einem den Nazis nahestehenden, aber nach 1945 zunächst wieder hoch angesehenen Autor wie Ernst Anrich) unter die „Grundschriften“ gezählt, in denen die „Idee der deutschen Universität“[3] in vermeintlich zeitlos gültiger Form niedergelegt sei. Der Text wird aber auch als einer von drei ‚Gründungstexten‘[4] in einer ‚Festgabe zum 200-jährigen Jubiläum der Humboldt-Universität zu Berlin‘ 2010 erneut ediert, jetzt allerdings nur noch begleitet von Fichte und Schleiermacher. Allerdings und gerade wegen der Anerkennung, die dieser Text in der Geschichte der deutschen Universität bis heute gefunden hat, sollte man doch zuerst erwähnen, dass er zwar von Humboldt stammt und wahrscheinlich um 1809 geschrieben, aber erst im ausgehenden 19. Jahrhundert von Bruno Gebhardt entdeckt und in der Akademieausgabe von Humboldts Werken ediert wurde. Erst danach bekam er den prominenten Status, den man ihm jetzt so oft zuschreibt.
Um die Sache weiter zu komplizieren: Studiert man die Akten der Gründung der Universität von 1809 bis 1810, dann war der Text in den Beratungen gar nicht präsent und er lässt sich auch keineswegs wie eine Blaupause für Humboldts Aktivitäten in dieser Zeit interpretieren. Auch das Bild der Universität, das hier gezeichnet wird, repräsentiert weder die Statuten der Universität zu Berlin noch ihr Selbstbild, ganz zu schweigen von der Suggestion, hier sei ein ‚Humboldtsches Modell der Universität‘ artikuliert worden, das international zum Vorbild für die moderne Universität überhaupt geworden sei. Es entspricht eher der Realität, in der Wahrnehmungs- und Überlieferungsgeschichte dieses Textes einen der wesentlichen Ursprünge des ‚Mythos Humboldt‘[5] zu sehen, der seit dem späten 20. Jahrhundert die Debatte über Humboldt und seine Gründung fast mehr beherrscht als die Geschichte der Universität zu Berlin selbst.
Dieser Mythos hat mehrere Dimensionen: Er strukturiert zum einen eine Verlustgeschichte und die Trauer darüber, dass die (vermeintlichen) Prinzipien der von Humboldt gegründeten Universität – der Einheit von Forschung und Lehre, der Bildung durch Wissenschaft, der Zweckfreiheit ihrer Praxis und der Freiheit gegenüber dem Staat, im Prinzip der ‚Autonomie‘ gebündelt (etc.) – mit dem Wandel zur ‚Massen‘-Universität seit der Wende zum 20. Jahrhundert untergegangen seien; zum anderen existiert der Mythos als Prinzipiengeschichte mit der These, dass die ‚wahre‘ Idee der Universität von Humboldt vorgebildet worden sei und heute noch Geltung haben müsse, wenn man die aktuellen Erfordernisse an Wissenschaft, wie sie für die wissenschaftliche Arbeit selbst und für ihre Nutzung in Gesellschaft und Staat, Politik und Ökonomie, Individuen und Kollektive notwendig seien, nicht verfehlen wolle. In diesen Mythos-Debatten wurde schließlich auch zum Problem, ob Humboldt wirklich als der Gründer der Universität bezeichnet werden kann und ob es die nach 1810 gebildeten Strukturen in Berlin und in Deutschland rechtfertigen, von einem ‚Modell Humboldt‘ zu sprechen, das deutschlandweit und international zum Vorbild für moderne Universitäten geworden sei, sodass die Universität zu Berlin mit Recht als „the Mother of All Research Universities“[6] angesprochen werden kann. Kritiker sehen in solchen Zuschreibungen und Behauptungen nicht mehr als die „Erfindung“ einer Tradition.[7]
Bevor man aber die Geltung der Mythos-Rede prüft und vor dem Hintergrund der Geschichte der Universität klärt, ist es notwendig, erst einmal Humboldts Text selbst vorzustellen, auch vor dem Hintergrund von Humboldts Aktivitäten in der Gründungsgeschichte der Universität.
Der Text im Kontext – Humboldts Ideen und die Konstruktion der ‚höheren wissenschaftlichen Anstalten‘ nach 1809
Struktur und Duktus der Argumentation erweisen den Text vor aller weiteren Interpretation und Kontextualisierung zuerst als einen klassischen Humboldt-Text, faszinierend, ja suggestiv und überzeugend in der Argumentation, eingebettet in eine Systematik bildungstheoretischer und politischer Argumentation, die Humboldts Schriften seit den frühen Texten bestimmen, aber im Aufbau und in der Durchführung doch eher ein ‚Bruchstück‘, in dem große Inspiration und offene Fragen der Umsetzung der Ideen unvermittelt nebeneinander stehen – wie in seinem klassischen Text über die ‚Bildung‘.[8] Die Überlegungen ‚Ueber die innere und äußere Organisation der höheren wissenschaftlichen Anstalten in Berlin‘[9] brechen zum Beispiel exakt in dem Moment ab, als ein wesentliches Thema aus der Umwelt der Universität noch systematisch angekündigt wird, nämlich ein Kapitel ‚von der Akademie‘, dem nach der Überschrift aber kein Text mehr folgt. Bis dahin hatte Humboldt sein Bild der Universität zuerst nach ‚innen‘ vom Begriff der Wissenschaft aus entfaltet, und dann ihre Position nach ‚außen‘ im Verhältnis der Universität zum Staat, innerhalb des gesamten Bildungssystems und für die ‚höheren wissenschaftlichen Anstalten‘ in den prinzipientheoretischen Grundlagen entfaltet.
Seine Wirkung, ja seinen Ruhm, hat der Text primär mit den Ausführungen über Wissenschaft und Universität gefunden, und schon der Einstieg rechtfertigt diesen Ruhm: Der Begriff der höheren wissenschaftlichen Anstalten, als des Gipfels, in dem alles, was unmittelbar für die moralische Cultur der Nation geschieht, zusammenkommt, beruht darauf, dass dieselben bestimmt sind, die Wissenschaft im tiefsten und weitesten Sinne des Wortes zu bearbeiten, und als einen nicht absichtlich, aber von selbst zweckmässig vorbereiteten Stoff der geistigen und sittlichen Bildung zu seiner Benutzung hinzugeben. Wie in Humboldts Bildungstexten generell wird auch die Universität der Nation, also der Zivilgesellschaft, und nicht etwa dem Staat zugeordnet. Einsamkeit und Freiheit seien die in ihrem Kreis vorwaltenden Principien (255/251), Was man daher höhere wissenschaftliche Anstalten nennt, ist, von aller Form im Staate losgemacht, nichts Anderes als das geistige Leben der Menschen, die äussere Musse oder inneres Streben zur Wissenschaft und Forschung hinführt. (256/222) Alle Fragen der ‚inneren Organisation‘ gehen also von dieser Zuschreibung aus. Um eine eigene Form zu entwickeln, muss die innere Organisation dieser Anstalten ein ununterbrochenes, / sich immer selbst wieder belebendes, aber ungezwungenes und absichtsloses Zusammenwirken hervorbringen und unterhalten (256/251) – und eine explizite Förderung solcher Praxisformen hält er zwar nicht für möglich, aber schon deswegen für gegeben, weil der intellectuelle Nationalcharakter der Deutschen […] von selbst diese Tendenz [hat], und man braucht nur zu verhüten, dass sie nicht, sei es mit Gewalt oder durch einen sich freilich auch findenden Antagonismus, unterdrückt werde. (258/254f.) Auch diese Seite hat also der Kosmopolit Humboldt. Gleichwie, kritische Beobachter der Universität des 20. Jahrhunderts entwerfen von dem Dual und den weiteren Vorgaben aus eigene Konzepte von Universität[10] und begründen sie mit ‚Einsamkeit und Freiheit‘ und einer Humboldt zugeschriebenen ‚Idee der Universität‘.
‚Freiheit‘ aber, und die damit unterstellte Rolle des Staates ist allerdings, bei aller Enthaltsamkeit, die Humboldt ihm für die ‚innere‘ Seite abfordert, für das Aeussere des Verhältnisses zum Staat und seine Tätigkeit keineswegs so marginal, wie der ‚Ideen‘-Diskurs behauptet. Sowohl bei der Rekrutierung des Personals als auch bei der Kontrolle der Arbeitsweise der Universität ist der Staat – für Humboldt! – ein machtvoller Akteur. Er habe, personenbezogen, zu sorgen für Reichthum (Stärke und Mannigfaltigkeit) an geistiger Kraft durch die Wahl der zu versammelnden Männer und für Freiheit in ihrer Wirksamkeit. Deshalb ordnet er auch das Berufungsrecht ganz eindeutig: Die Ernennung der Universitätslehrer muss dem Staat ausschließlich vorbehalten bleiben, und es ist gewiss keine gute Einrichtung, den Facultäten darauf mehr Einfluss zu / verstatten, als ein verständiges und billiges Curatorium von selbst thun wird. Für diese Vorgaben – ganz ohne Zweifel rigide Begrenzungen – sieht Humboldt zwei auschlaggebende Gründe, bei den Professoren und in den Effekten der Arbeit in der Universität selbst: Der Freiheit droht aber nicht bloss Gefahr von ihm – also dem Staat –, sondern auch von den Anstalten selbst, die, wie sie beginnen, einen gewissen Geist annehmen und gern das Aufkommen eines anderen ersticken. Auch den hieraus möglicherweise entstammenden Nachtheilen muss er vorbeugen. – Und später erneut: Denn auf der Universität ist Antagonismus und Reibung heilsam und nothwendig, und die Collision, die zwischen den Lehrern durch ihr Geschäft selbst entsteht, kann auch unwillkührlich ihren Gesichtspunkt verrücken. (264/65, 259) Eine aufsichtsführende Rolle gibt Humboldt dem Staat aber auch, weil er grundsätzlich ein wenig schmeichelhaftes Bild von Professoren hatte. Sie waren für ihn, so in Briefen an seine Frau, die unbändigste und am schwersten zu befriedigende Menschenklasse – mit ihren sich ewig durchkreuzenden Interessen, ihrer Eifersucht, ihrem Neid, ihrer Lust zu regieren, ihren einseitigen Ansichten, wo jeder meint, daß nur sein Fach Unterstützung und Beförderung verdiene. Daraus erwüchsen die Belastungen in der Hochschulpolitik: Gelehrte dirigieren ist nicht viel besser, als eine Komödiantentruppe unter sich zu haben.[11] Die Studenten sieht er anders, betont vor allem den Wandel ihrer Rolle vom Lernenden zum kompetenten Mitarbeiter in der Forschung, wie er das auch schon schultheoretisch getan hatte.[12] Jedenfalls kommt bei ihm eine Qualifizierung der Studenten als Potential von Bedrohung, ja ‚Störung‘ nicht vor, wie man sie von Fichte hören konnte,[13] der ja auch die Universität als Erziehungsanstalt konstruierte, eine Idee, die Humboldts Bildungsdenken völlig fremd war (und der ja auch explizit dafür gesorgt hat, dass Fichte in der Gründungsphase – anders als Schleiermacher – nicht beteiligt wurde).
Für das Verhältnis von Staat und Universität gilt neben der Wahrung der universitären Prinzipien gegenüber unkalkulierbaren Gremien und Professoren für Humboldt aber auch systematisch, dass die Beschaffenheit der Universitäten zu eng mit dem unmittelbaren Interesse des Staats verbunden [ist], und nicht nur in Lehre, Ausbildung und Forschung (264/65, 259). In den Vorschlägen an den König zur Einrichtung der Universität betont er die ökonomische Bedeutung, die vom ‚Applaus‘, also von der starken Nachfrage von Studierenden für Berlin ausgehen wird. Die Interessen von Staat und Gesellschaft fordern deshalb auch eindeutige Qualitätsstandards für die universitäre Arbeit, für Professoren – bei der Berufung zu sichern – und für die Studierenden. Humboldt will insofern deren Qualität beim Zugang kontrollieren und führt 1810 das Abturientenexamen ein (das allerdings eine Kontrollfunktion unabhängig von Herkunft und Stand erst 1834 gewinnt). Er hält auch – ganz gegen das falsche Bild, das von Humboldt gelegentlich gezeichnet wird, als hätte er Prüfungen abgelehnt – an der Verbindung von universitärer Lehre und staatlichen beziehungsweise kirchlichen Prüfungen fest, und führt auch sogleich für die neu aufgenommene Philosophische Fakultät ein eigenes Examen ein. Das examen pro facultate docendi[14] von 1810 sollte, so Humboldts Intention in den Gedanken ‚Über Prüfungen für das höhere Schulfach‘,[15] nicht allein die angehenden Gymnasiallehrer prüfen, sondern die Qualität des Bildungswesens insgesamt sichern, anders als die Prüfungen pro loco – also nur beim Zugang in eine Stelle –, die ein viel zu geringes Sicherungsmittel gegen das Einschleichen mittelmässiger oder schlechter Lehrer seien (241). In den Vorüberlegungen vom April 1810 (ins Edikt nicht aufgenommen) erhoffte sich Humboldt von der Prüfung nämlich auch, dass eine pädagogische Genossenschaft [entsteht] und sich für das Bildungsgeschäft im Staate (240) ein Geist ausbildet, der ohne Zunftgeist zu seyn, eine feste und sicher zum gemeinschaftlichen Ziel hinstrebende Richtung hat. Humboldt konstruierte also nicht weniger als eine zivilgesellschaftliche Organisation von Bildung in der Gesellschaft, [16] so wie er in der Quelle von 1809 über den ‚Verein‘ (262/257) als Form nachdenkt, der die ‚innere‘ Seite der Wissenschaft kommunikativ sichern kann. Schleiermacher konzipiert dann ja die Fakultäten als einen solchen, die Wissenschaft autonom regulierenden ‚Verein‘.
Von solchen Fragen aus reflektiert Humboldt auch die Stellung und Funktion der Universität innerhalb der ‚höheren wissenschaftlichen Anstalten‘, vor allem im Vergleich mit der Akademie. Im Abschnitt ‚Von dem Einteilungsgrunde der höheren wissenschaftlichen Anstalten und den verschieden Arten derselben‘ platziert er die Universität immer in engerer Beziehung auf das praktische Leben und die Bedürfnisse des Staates, die Akademie dagegen habe es / rein nur mit der Wissenschaft an sich zu thun (263f./259), mit Konsequenzen bis in die innere Organisation. Anders als die immer auch vom Staat regulierte Universität ist die Akademie […] eine Gesellschaft, wahrhaft dazu bestimmt, die Arbeit eines Jeden der Beurtheilung Aller zu unterwerfen. Auf diese Weise muss die Idee einer Akademie als die höchste und letzte Freistätte der Wissenschaft und die vom Staat am meisten unabhängige Corporation festgehalten werden. Entsprechend hat sie auch eigenes Kooptationsrecht (265/260) und einen allein intern gesteuerten Modus der Bewertung von Wissen und Personen. Gründungspolitisch sieht Humboldt aber auch den Zusammenhang der ‚höheren Anstalten‘ ganz pragmatisch schon von den lokalen Berliner Bedingungen aus: Ausser der Akademie und der Universität gehören zu den höheren wissenschaftlichen Anstalten noch die leblosen Institute. (266/260) So nennt er die Sammlungen, Bibliotheken oder zum Beispiel das ,anatomische Theater‘, insgesamt also die ‚Hilfsinstitute‘ aller Art, über die Berlin 1810 reichlich verfügte. Er ordnet sie Universität und Akademie gemeinsam zu, wohl auch um den Wettbewerb zu sichern und den desolaten wissenschaftlichen Zustand der Akademie, wie er 1810 allseitig konstatiert wurde, zu überwinden.
Dann bricht der Text auch schon ab, ohne zum Beispiel die offenen Fragen der Gründung zwischen Finanzierung und Personalrekrutierung, Satzungen und Aufgaben, Strukturen und Umwelten präzise geklärt zu haben – und schon deshalb kann die Quelle nicht als hinreichende Vorgabe für die Gründung in Berlin oder als Artikulation einer universalen Idee der Universität angesehen werden.
Mythos und Realität – Gründung und Wirkung von Humboldts Berliner Universitätsgründung
Bezogen auf die Mythos-Debatte in ihren vielfältigen Aspekten kann man vor dem Hintergrund der Forschung[17] gleichzeitig festhalten: Die Quelle ist zwar nicht das Gründungsdokument, aber die Frage, ob Humboldt wirklich der Gründer der Berliner Universität war, ist eindeutig mit einem Votum für Humboldts zentrale Rolle zu entscheiden, auch wenn die Universität nur dank seiner engen Mitarbeiter und Partnern wie Schleiermacher (mitsamt der Einrichtungskommission) zu ihrer Verfassung, zu einem zukunftsfähigen Selbstbild und zu dem forschungsstarken Personal in allen Fakultäten fand (und als preußische ‚Centraluniversität‘ vom Staat ausreichend alimentiert wurde). Die Zeitgenossen haben Humboldts starken Anteil deutlich gesehen, er selbst betont ihn auch,[18] und die Quellen über den Gründungsprozess bestätigen das. Aber sie zeigen einen Humboldt, der als pragmatisch-politisch reflektierter Akteur agiert und vor allem die Gründung erfolgreich abschließen will. Ohne ihn hätte es die Universität so nicht gegeben, nicht zu diesem Zeitpunkt, nicht in der bald in Preußen – wie in Bonn und Breslau – und darüber hinaus fortwirkenden Gestalt. Er handelte machtbewusst, nicht philosophisch, politisch und kompromissfähig, und tritt ja auch wegen der verweigerten administrativ-politischen Anerkennung seines Amtes zurück, nicht der wissenschafts- oder bildungstheoretischen Prinzipien wegen, die der Humboldt des Textes von 1809 primär artikuliert. Sein zentrale Rolle wird auch von den nachgeborenen Beobachtern im 19. Jahrhundert anerkannt, auch außerhalb des Berliner Kartells der Selbststilisierungen und der Jubiläumsrhetorik und schon vor 1910. Der süddeutsche Schulmann Baur artikuliert 1862 den Konsens mit seiner Formulierung, dass allgemein bekannt sei, dass die Universität Berlin recht eigentlich als H.[umboldt]’s Schöpfung betrachtet werden muss.[19]
Auch die Frage, ob die Modellfunktion nur die ‚Erfindung einer Tradition‘ sei, kann jenseits alter Konflikte beantwortet werden. Ganz ohne Zweifel wird in Berlin 1810 eine Forschungsuniversität, also eines der zentralen Konzepte der ‚modernen Universität‘ eingerichtet, nicht erfunden, es gab ja schon Halle und Göttingen. Aber organisatorisch definiert Berlin eine eigene Form von Universität in der Verbindung traditionaler und moderner Elemente, in den Gütekriterien der wissenschaftlichen Praxis, beginnend mit den Graduierungen und Berufungen, und eindeutig in allen Disziplinen der Wissenschaft und dem Forschungsimperativ verpflichtet.[20] Der Mythos wird erst später erfunden. Mit der Entdeckung der Quelle 1896 historiografisch, seit dem Jubiläum von 1910 im Modus der Festkultur in Berlin und in den politischen Auseinandersetzungen über die Autonomie der Universität nach 1918, nach 1945 und nach 1968, tradiert in der Literatur,[21] in kontroversen Debatten über die wahre Idee der Universität bis heute, sogar international.[22] Immer ist dabei Humboldts Text von 1809 präsent, aber als prinzipientheoretische Vorgabe. Historisch gesehen diente Berlin seit dem 19. Jahrhundert zwar immer als ‚Modell‘ einer lokal realisierten Gestalt der modernen Universität, wurde aber weder in der Vergangenheit noch aktuell einfach übernommen, gar kopiert, sondern in die je national-kulturellen Hochschul- und Wissenschaftssysteme transformiert und dabei modifiziert und eingepasst. Das belegt zuerst, dass komplexe Organisationen wie die Universität offenbar ohne Selbstbeschreibungen ihre Einheit und operative Handlungsfähigkeit nicht sichern können, und deshalb auch erfolgreiche Modelle rezipieren, um problemsensibel und handlungsfähig zu bleiben. Nicht zufällig entsteht im angelsächsischen Universitätssystem ebenfalls früh ein Diskurs über die Universität, zum Beispiel in John Henry Newmans ‚Idea of a University‘[23] von 1852. Das ist, schon wegen der Distanz zur Forschung, auch hier keine triftige Beschreibung der Universitäten im anglophonen Bereich,[24] aber als Selbstreflexion eines Systems ist sein Programm des ‚teaching universal knowledge‘ ebenso nützlich wie als Newman-Mythos interpretierbar. Offenbar brauchen auch Universitäten eine Symbolisierung ihrer Identität, die sich in den Alltagserfahrungen ihrer Akteure und in Leid und Klage nicht erschöpft. Texte über die Idee der Universität geben regulativ interpretierbar und normativ-idealistisch aufgeladen das Bild einer Praxis, ihrer ‚inneren und äußeren Organisation‘, die zu erstreben lohnend ist, aber nie ungebrochen die Realität bestimmen kann.
[1] Der Text von Humboldts-Abhandlung findet sich in: Wilhelm von Humboldt, Gesammelte Schriften, Bd. 10: Politische Schriften, Bd. 1: 1802–1810, hrsg. von der Preußischen Akademie der Wissenschaften, bearb. von Bruno Gebhardt, Berlin 1903, S. 250–260, sowie Wilhelm von Humboldt, Werke in fünf Bänden, Bd. IV: Schriften zur Politik und zum Bildungswesen, hrsg. von Andreas Flitner und Klaus Giel, Darmstadt 1964, S. 255–266.
[2] Bruno Gebhardt liest sie zuerst so in ders., Wilhelm von Humboldt als Staatsmann, Bd. 1: Bis zum Ausgang des Prager Kongresses, Stuttgart 1896, S. 118–127, jüngst tun das erneut Peer Pasternack/Daniel Hechler/Justus Henke, Die Ideen der Universität. Hochschulkonzepte und hochschulrelevante Wissenschaftskonzepte, Bielefeld 2018, bes. S. 64f. – die aber auch die Thesen von der retrospektiven Konstruktion der Idee der Humboldtschen Universität und der Gründung in Berlin darstellen und einige Aspekte von Humboldts eigener Praxis in Berlin durchaus vom Mythos unterscheiden.
[3] Ernst Anrich (Hrsg.), Die Idee der deutschen Universität, Darmstadt 1956. Anrich ediert als die für die ‚Idee‘ seiner Meinung nach relevanten Abhandlungen neben Humboldts Text (dort S. 375–386) Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Vorlesungen über die Methode des akademischen Studiums (1803); Johann Gottlieb Fichte, Deduzierter Plan einer in Berlin zu errichtenden höheren Lehranstalt (1807/gedruckt 1817); Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher, Gelegentliche Gedanken über Universitäten im deutschen Sinne (1808/09) sowie aus den Vorlesungen von Heinrich [i. e. Hendrik] Steffens, Über die Idee der Universitäten (1809).
[4] Humboldt-Universität zu Berlin (Hrsg.), Gründungstexte. Johann Gottlieb Fichte, Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher, Wilhelm von Humboldt. Mit einer editorischen Notiz von Rüdiger vom Bruch. Festgabe zum 200-jährigen Jubiläum der Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin 2010, dort Humboldt, S. 229–241, http://edoc.hu-berlin.de/server/api/core/bitstreams/4f8ae3f1-f5b2-44c1-9e79-07389f641fc0/content [abgerufen am: 25. Januar 2026].
[5] Für die Mythos-Erzählung und ihre Formen Mitchell G. Ash, Introduction, in: ders. (Ed.), German Universities. Past and Future. Crisis or Renewal? Providence/Oxford 1997, die deutsche Version schon im Titel: Mitchell G. Ash (Hrsg.), Mythos Humboldt. Vergangenheit und Zukunft der deutschen Universitäten, Wien 1999; für die weitere Diskussion, ausgeweitet auf das Modell der deutschen Universität u. a. Dieter Langewiesche, Die ‚Humboldtsche Universität‘ als nationaler Mythos. Zum Selbstbild der deutschen Universität im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. in: Historische Zeitschrift 290 (2010), S. 53–91; ders., Humboldt als Leitbild? Die deutsche Universität in den Berliner Rektoratsreden seit dem 19. Jahrhundert, in: Jahrbuch für Universitätsgeschichte 14 (2011), S. 15–37.
[6] So jüngst wieder Charles E. McClelland, Berlin the Mother of All Research Universities: 1860–1918, Lanham et. al. 2017.
[7] Dafür v. a. Sylvia Paletschek, Verbreitete sich ein ‚Humboldt’sches Modell‘ an den deutschen Universitäten im 19. Jahrhundert?, in: Rainer Christoph Schwinges (Hrsg.), Humboldt International. Der Export des deutschen Universitätsmodells im 19. und 20. Jahrhundert, Basel 2001, S. 75–104; dies., Die Erfindung der Humboldtschen Universität. Die Konstruktion der deutschen Universitätsidee in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in: Historische Anthropologie 10 (2002), S. 183–205.
[8] Wilhelm von Humboldt, Theorie der Bildung des Menschen. Bruchstück, in: Wilhelm von Humboldt, Werke in fünf Bänden, Bd. I: Schriften zur Anthropologie und Geschichte, hrsg. von Andreas Flitner und Klaus Giel, Darmstadt 1960, S. 234–240.
[9] Nachweise aus diesem Text nach der Edition Wilhelm von Humboldt, Werke in fünf Bänden, Bd. IV: Schriften zur Politik und zum Bildungswesen, hrsg. von Andreas Flitner und Klaus Giel, Darmstadt 1964, S. 255–266, mit deren Paginierung als erste Angabe sowie danach der Paginierung der Akademie-Ausgabe (Wilhelm von Humboldt, Gesammelte Schriften, Bd. 10: Politische Schriften, Bd. 1: 1802–1810, hrsg. von der Preußischen Akademie der Wissenschaften, bearb. von Bruno Gebhardt, Berlin 1903, S. 250–260), beide in Klammern im Text.
[10] Helmut Schelsky, Einsamkeit und Freiheit. Idee und Gestalt der deutschen Universität, Reinbek 1963 [2. Aufl., Düsseldorf 1971] – und für die ‚Vorbereitenden Veröffentlichungen‘ der Berliner Gründung nennt er von Wilhelm von Humboldt allein die hier präsentierte Quelle, neben den auch sonst zitierten Texten von Schelling, Fichte, Schleiermacher und Henrik [!] Steffens auch Schillers Antrittsvorlesung vom Mai 1789: Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?, natürlich v. a. mit dessen Unterscheidung der Studenten nach dem ‚philosophischen Kopf‘ und dem ‚Brotstudenten‘.
[11] Humboldt an seine Frau Caroline, in: Wilhelm und Caroline von Humboldt in ihren Briefen, Bd. 3: Weltbürgertum und preußischer Staatsdienst 1808–1810, hrsg. von Anna von Sydow, Berlin 1909, S. 399 bzw. S. 19.
[12] In seinen Bemerkungen zum Königsberger Schulplan sagt er schon: Darum ist auch der Universitätslehrer nicht mehr Lehrer, der Studirende nicht mehr Lernender, sondern dieser forscht selbst, und der Professor leitet seine Forschung und stützt ihn darin (Wilhelm von Humboldt, Werke in fünf Bänden, Bd. IV: Schriften zur Politik und zum Bildungswesen, hrsg. von Andreas Flitner und Klaus Giel, Darmstadt 1964, S. 170 [Akademische Ausgabe: Bd. XIII, S. 262].
[13] Johann Gottlieb Fichte, Ueber die einzig moegliche Störung der akademischen Freiheit. Eine Rede beim Antritte seines Rektorats an der Universität zu Berlin, den 19ten Oktober 1811 gehalten, Berlin 1812.
[14] Die Varianten des Edikts seit 1810 in Johann D. F. Neigebaur, Sammlung der auf den Oeffentlichen Unterricht in den Königl. Preußischen Staaten sich beziehenden Gesetze und Verordnungen, Hamm 1826 [ND Köln/Wien 1988], § 11. c., S. 111–114.
[15] In Wilhelm von Humboldt, Werke in fünf Bänden, Bd. IV: Schriften zur Politik und zum Bildungswesen, hrsg. von Andreas Flitner und Klaus Giel, Darmstadt 1964, S. 241–244, Nachweise in Klammern im Text.
[16] Wilhelm von Humboldt, Über Prüfungen […], 1810, in: ebd., zit. S. 241f. Seine Hoffnungen, wie diese ‚Genossenschaft‘ agiert, waren groß: und wenn es wichtig ist, durch Zwang bewirkte Einheit der Ansichten zu verhüten, so ist es ebenso wichtig, durch eine gewisse Gemeinschaft (die nie ohne eine Absonderung der nicht zu ihr Gehörenden denkbar ist) eine Kraft und einen // Enthusiasmus hervorzubringen, welche dem einzelnen und zerstreuten Wirken immer fehlen, welche den Schlechten von selbst entfernen, den Mittelmässigen heben und leiten, und die Fortschritte auch der Besten noch befestigen und beflügeln.
[17] Grundlage dieses Resümees sind die Abhandlungen in Heinz-Elmar Tenorth (Hrsg.), Geschichte der Universität Unter den Linden, 1810 bis 2010, Bd. 1: Gründung und Blütezeit der Universität zu Berlin 1810–1918. Mit Beiträgen von Heinz-Elmar Tenorth und Charles McClelland, in Kooperation mit Torsten Lüdtke, Hannah Lotte Lund und Werner Treß, Berlin 2012; für die Gründungsgeschichte auch Heinz-Elmar Tenorth, The University of Berlin. A Foundation between Defeat and Crisis, Philosophy and Politics, in: International Journal for the Historiography of Education 4/1 (2014), p. 11–28.
[18] Diese neue Gründung wird mir noch viele Mühe und Sorge, indes auch, da sie wirklich nur durch mich allein betrieben worden, viel Freude machen. So Humboldt zit. in Rudolf Köpke, Die Gründung der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, nebst Anhängen über die Geschichte der Institute und den Personalbestand, Berlin 1860, S. 76.
[19] G. Baur, Karl Wilhelm von Humboldt, in: Enzyklopädie des gesammten Erziehungs- und Unterrichtswesens, hrsg. von Karl A. Schmid, Bd. 3, Gotha 1862, S. 644–659, hier S. 649, https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11870087?q=%28Encyklop%C3%A4die+des+gesammten+Erziehungs-+und+Unterrichtswesens.+3%29&page=650,651 [abgerufen am: 25. Januar 2026].
[20] Für die kritischen Diskussion dieser Debatte Heinz-Elmar Tenorth, Wilhelm von Humboldts (1776–1835) Universitätskonzept und die Reform in Berlin – eine Tradition jenseits des Mythos, in: Zeitschrift für Germanistik N. F. 20/1 (2010), S. 15–28.
[21] Für die Historizität der Zuschreibungen an Humboldt, die um 1900 einsetzen, und für die Konstruktion einer ‚Idee der Universität‘ in den hochschulpolitischen Konflikten des 20. Jahrhunderts, u. a. als Abwehraktion gegen die Republik von Weimar oder gegen aktuelle Reformpolitik Heinz-Elmar Tenorth, Humboldt-Mythen und Universitätsgeschichten. Die Historiographie der ‚Universität zu Berlin‘ und die Identitätskonstruktion der deutschen Universität, in: Joachim Bauer/Stefan Gerber/Jürgen John u. a. (Hrsg.), Ambivalente Orte der Erinnerung an deutschen Universitäten, Stuttgart 2016, S. 195–229.
[22] Als – lohnendes! - Exempel Peter Josephson/Thomas Karlsohn/Johan Östling (Eds.), The Humboldtian Tradition. Origins and Legacies, Leiden 2014.
[23] John Henry Newman, The Idea of a University. Defined and Illustrated (1852) [ND der Ausgabe von 1873], London/Tokyo 1994, der sich leicht von ‚Bildung‘ aus lesen lässt, also nah bei der, neben ‚Wissenschaft‘, zweiten Referenz der deutschen Idee; denn er formuliert als Programm die cultivation of mind (1852, p. xvi) und erwartet: it brings the mind into form, die Funktion der Institution sei to impress upon a boy’s mind the idea of science, method, order, principle, and system (p. xix).
[24] Man lese nur Sheldon Rothblatt, The idea of the idea of a university and its antithesis, in: ders. (Ed.), The Modern Universities and its Discontents. The Fate of Newman’s Legacies in Britain and America, Cambridge 1997, p. 1–49; für das Thema insgesamt das Kapitel I. Die Idee der Universität und die ‚Humboldtsche Universität‘, in: Heinz-Elmar Tenorth, Wilhelm von Humboldt. Bildungspolitik und Universitätsreform, Paderborn 2018, S. 11–96.
Abbildung
Edition
Ein PDF von der Edition aus Wilhelm von Humboldt, Werke in fünf Bänden, Bd. IV: Schriften zur Politik und zum Bildungswesen, hrsg. von Andreas Flitner und Klaus Giel, Darmstadt 1964, S. 255–266, finden Sie hier.
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Quellen & Literatur
Quellen
Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (ABBAW), PAW (1700–1811), I-I-25a, Bl. 17r–24r: Wilhelm von Humboldt, ‚Ueber die innere und äußere Organisation der höheren wissenschaftlichen Anstalten in Berlin‘ [ohne Datum], wahrscheinlich 1809.
Wilhelm von Humboldt, Gesammelte Schriften, Bd. 10: Politische Schriften, Bd. 1: 1802–1810, hrsg. von der Preußischen Akademie der Wissenschaften, bearb. von Bruno Gebhardt, Berlin 1903, S. 250–260.
Wilhelm von Humboldt, Werke in fünf Bänden, Bd. IV: Schriften zur Politik und zum Bildungswesen, hrsg. von Andreas Flitner und Klaus Giel, Darmstadt 1964, S. 255–266.
Literatur
Mitchell G. Ash (Hrsg.), Mythos Humboldt. Vergangenheit und Zukunft der deutschen Universitäten, Wien 1999.
Peter Josephson/Thomas Karlsohn/Johan Östling (Eds.), The Humboldtian Tradition. Origins and Legacies, Leiden 2014.
Dieter Langewiesche, Forschen bildet. Rektoren erklären das deutsche Universitätsmodell Deutschland, Schweiz, Österreich, Göttingen 2025.
Charles E. McClelland, Berlin the Mother of All Research Universities: 1860–1918, Lanham et. al. 2017.
Helmut Schelsky, Einsamkeit und Freiheit. Idee und Gestalt der deutschen Universität, Reinbek 1963 [2. Aufl., Düsseldorf 1971].
Rainer Christoph Schwinges (Hrsg.), Humboldt International. Der Export des deutschen Universitätsmodells im 19. und 20. Jahrhundert, Basel 2001.
Heinz-Elmar Tenorth (Hrsg.), Geschichte der Universität Unter den Linden, 1810 bis 2010, Bd. 1: Gründung und Blütezeit der Universität zu Berlin 1810–1918, Berlin 2012.
Empfohlene Zitierweise
Heinz-Elmar Tenorth, Die ‚Humboldt(sche)‘ Universität – Gründung und Wirkung, Mythos und Geschichte, in: 100 Schlüsselquellen zur Geschichte von Berlin, Brandenburg und Preußen, URL: www.hiko-berlin.de/die-humboldtsche-universitaet [abgerufen am: TT. Monat JJJJ]. Bitte geben Sie beim Zitieren dieses Textes die exakte URL und das Datum Ihres Besuchs dieser Online-Adresse an.