45 I HiKoPod I Die preußische Seehandlung und Preußens globale Wirtschaftspolitik – Mit Felix Töppel
Denkt man an die Wirtschaftsgeschichte Preußens um 1800, bleibt der Blick meist auf das eigene Staatsgebiet auf dem europäischen Festland gerichtet. Dabei wird übersehen, dass eine Einbindung in die weltweiten Handelsnetzwerke nicht erst im Deutschen Kaiserreich mit seinem Streben nach einem ‚Platz an der Sonne‘ erfolgte, sondern bereits das frühmoderne Preußen an der globalen Wirtschaft partizipierte. Schon 1772 gründete König Friedrich II. die Preußische Seehandlungsgesellschaft, die als staatliches Unternehmen in der Folge eine wichtige Rolle in der preußischen Handelsstrategie und den Bemühungen um eine größere Beteiligung an den Absatzmärkten in Übersee spielte.
Felix Töppel hat die Geschichte und Bedeutung der Seehandlung für die preußische Wirtschaftsgeschichte erforscht. Im Gespräch mit Jannes Bergmann zeichnet er die Entwicklung dieser Institution und ihre enge Verknüpfung mit dem preußischen Staat nach und stellt dar, wie die großen politischen Ereignisse der Zeit ihre Tätigkeiten beeinflussten. Dabei müssen besonders die Teilung Polen-Litauens zur Schaffung neuer Absatzmärkte, insbesondere für den Salzhandel, ebenso wie die Eroberung der Provinz Schlesien mit ihrer weltweit gefragten Leinenproduktion von den Habsburgern als wesentliche Schlüssel für den anschließenden Aufbau der preußischen Staatswirtschaft angesehen werden. Nicht zuletzt werden auch die Etablierung preußischer Konsuln im Ausland und ihre ambivalenten Aktivitäten im internationalen Wirtschaftsnetz thematisiert.
Für sein Dissertationsprojekt, das einen wichtigen Beitrag zur preußischen Wirtschaftsgeschichte leistet, wurde Felix Töppel mit dem HiKo_21 − Nachwuchspreis 2026 ausgezeichnet.
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Bilder: Standort der Historischen Seehandlung in Berlin am Gendarmenmarkt, 1904 (GStA-PK VII 2556112) / Preußisches Seehandelsschiff Mentor, ca. 1906/1943 (Bundesarchiv, Bild 134-B1111)