HiKoPod – Der Wissenschaftspodcast der Historischen Kommission zu Berlin

23 I HiKoPod I Die Architektenausbildung an der Technischen Hochschule Berlin – Mit Stefanie Fink

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Der Weg zum Beruf des Architekten führt durch ein vielfältiges Studium und erfordert ein breites Spektrum an technischen und künstlerischen Fähigkeiten. Im deutschen Kaiserreich war die Technische Hochschule Berlin – die heutige Technische Universität Berlin – die wichtigste Ausbildungsstätte für den baukünstlerischen Nachwuchs. An ihr lernten Persönlichkeiten wie Hermann Muthesius, Lotte Cohn, Bruno Taut oder Walter Gropius, von denen insbesondere letztere mit ihren Entwürfen im Stil des ‚Neuen Bauens‘ das Bild der Berliner Moderne prägten.

Im Podcast gibt die Kunsthistorikerin Stefanie Fink einen Überblick über die Architekturausbildung an der Technischen Hochschule Berlin und deren Architekturabteilung vom Kaiserreich bis zur Weimarer Republik. Sie wirft einen Blick auf die Inhalte des Studiums zwischen Kunstgeschichte, technischem Zeichnen und Exkursionen sowie die verschiedenen Wege der Absolventen ins Berufsleben nach einem komplexen System an Abschlüssen. Auch die wichtigsten deutschen Architekten, die an der Technischen Hochschule lernten, ihr Einfluss auf den Baustil der Moderne sowie ihre Gebäude im Berliner Stadtbild werden thematisiert. Hören Sie rein – https://hikopod.podigee.io/23-th_berlin

22 I HiKoPod I Stella. Ein Leben. Historische Hintergründe zum Film – Ein Gespräch mit Philipp Dinkelaker

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Eine Jüdin, die andere Juden an die Gestapo verrät, die Ambivalenzen von Täter und Opfer in der NS-Zeit und die Problematik mangelnder Quellenkritik bei historischen Verfilmungen – dies alles vereint der neue Film ‚Stella. Ein Leben‘ (D 2023). Basierend auf wahren Begebenheiten folgt er dem Leben von Stella Goldschlag, einer deutschen Jüdin, die im Berlin der 1940er-Jahre lebt und als sogenannte ‚Greiferin‘ selbst andere Juden an die Gestapo verrät, um sich und ihre Familie vor der Deportation zu schützen. Dafür wurde sie später zweimal vor Gericht gestellt und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Ihre außergewöhnliche Lebensgeschichte wurde vielfach rezipiert und sorgt bis heute immer wieder für Kontroversen.

Im Podcast gibt der Antisemitismus-Forscher Philipp Dinkelaker Einblicke in die historischen Hintergründe des Films und die besonderen Umstände, die zu Stella Goldschlags Schicksal beigetragen haben. Er analysiert die zugrunde liegenden Quellen sowie deren Spezifika und zeigt auf, wie deren unreflektierte Verwendung zur Fortschreibung problematischer Narrative führen kann. Die Täter-Opfer-Perspektiven des Films werden genauer beleuchtet und hinterfragt, ob die Umsetzung auf der Leinwand gelungen ist und der Film den eigenen Ansprüchen gerecht wird. Hören Sie rein – https://hikopod.podigee.io/22-stella_film.

21 I HiKoPod I Karl IV. und der falsche Woldemar von Brandenburg ‒ Ein Gespräch mit Olaf B. Rader

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Im Sommer 1348 tauchte überraschend ein Pilger aus dem Heiligen Land auf, der vorgab, der rechtmäßige Markgraf Woldemar von Brandenburg zu sein. Er sei 1319 nicht verstorben, sondern ins Heilige Land aufgebrochen, um Buße zu tun und er wolle nun seine Herrschaft wieder antreten. Diesem vermeintlichen Markgrafen gelang es, von Karl IV. mit der Mark Brandenburg belehnt zu werden, die Kurwürde zu tragen (und auch auszuüben), circa zwei Jahre Rechtsgeschäfte zu tätigen und die Unterstützung eines Teils der märkischen Landstände zu gewinnen. Doch damit nicht genug, auch benachbarte Reichsstände, die eigene Interessen verfolgten, akzeptierten die angebliche Wiederkehr.

Mit Olaf B. Rader, dem Autor der Biografie ‚Kaiser Karl der Vierte. Das Beben der Welt‘ (C.H. Beck 2023), unterhalten wir uns über diese Vorgänge. Wir tauchen ein in die politischen und wirtschaftlichen Interessen der beteiligten Nutznießer und lernen die Voraussetzungen kennen, die erfüllt sein mussten, damit einem vermeintlich wiedergekehrten (falschen) Herrscher Glauben geschenkt wurde. Wenn Sie mehr über die Legitimität von Herrschaft im Spätmittelalter wissen wollen, dann hören Sie rein ‒ https://hikopod.podigee.io/21-karl_woldemar.

20 I HiKoPod I Karl IV. und die Mark Brandenburg im 14. Jahrhundert ‒ Ein Gespräch mit Olaf B. Rader

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Wie kaum ein anderer spätmittelalterlicher Herrscher steht Karl IV. für eine skrupellose Erweiterung der eigenen Hausmacht auf Kosten des Reiches, für Zuckerbrot und Peitsche im Umgang mit Vasallen und für „ostentative Frömmigkeit“ zur Stärkung der Herrschaft sowie des eigenen Ansehens. Dass er „ohne Zweifel einer der bedeutendsten und widersprüchlichsten Herrscher im spätmittelalterlichen Europa“ war, hat Olaf B. Rader in seiner sehr lesenswerten Biografie ‚Kaiser Karl der Vierte. Das Beben der Welt‘ gezeigt.

Mit dem Autor unterhalten wir uns darüber, wie Karl IV. sich die Mark Brandenburg kriegerisch einverleibte, um die luxemburgische Hausmacht zu stärken. Ferner erfahren wir, welche skrupellosen Wege er fand, um sein eigenes Verfassungsdokument – die Goldene Bulle – zu unterlaufen und ob es Karl IV. verstand, die märkischen Landstände auf seine Seite zu ziehen. Hören Sie rein – https://hikopod.podigee.io/20-karl_brandenburg.

19 I HiKoPod I Der Neue Markt in Berlin – Perspektiven für eine urbane Wiederbelebung. Eine Podiumsdiskussion

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Der Neue Markt sowie das ihn umgebende Marienviertel in Berlin sind Produkte des 13. Jahrhunderts, deren lange wirtschaftliche und handelspolitische Bedeutung im heutigen Stadtbild nicht mehr präsent sind. Vielmehr dominiert eine große Freifläche den Raum, auf dem bis in die 1930er-Jahre hinein Handel, Geselligkeit und urbanes Leben den Alltag bestimmten. Lediglich die Marienkirche lässt erahnen, dass hier bereits seit dem Mittelalter zahlreiche Berliner und Berlinerinnen gelebt und gewirkt haben müssen.

In der Podiumsdiskussion wird danach gefragt, wie das wichtige stadthistorische Erbe auf diesem Platz wieder in das Bewusstsein der Berlinerinnen und Berliner zurückgeholt werden und wie dieser Stadtraum wiederbelebt werden könnte. In den dafür zu führenden Aushandlungsprozessen, die zwangsläufig mit einer Wertedebatte einhergehen, sollte die Berliner Stadtgeschichte eine größere Rolle spielen. Denn mit einem Stadtraum, der die Geschichte ernst nimmt und die Marienkirche aus ihrer Isolation befreit, ließe sich Aufenthaltsqualität gewinnen. So könnte ein moderner, ökologische Ansprüche berücksichtigender Marktplatz geschaffen werden – ein Forum für die Zukunft. Hören Sie rein – https://hikopod.podigee.io/19-neuer_markt.

18 I HiKoPod I 17. Juni 1953 – 70 Jahre Volksaufstand in der DDR. Ein Gespräch mit Hermann Wentker

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Am 17. Juni 1953 kam es zum Volksaufstand in der DDR – ein Ereignis, das hohe Wellen schlug. Zu den anfangs vor allem sozialen Forderungen, wie höhere Löhne, traten schnell auch politische, darunter der Rücktritt der Regierung und freie Wahlen, die letztendlich auch den Ruf nach der deutschen Einheit beinhalteten. Der spontan und für die politischen Machthaber völlig überraschend begonnene Aufstand breitete sich über das gesamte Gebiet der DDR aus, auch in kleineren Orten abseits der Hauptstadt und auf dem Land kam es zu Protesten. Während sich der Westen abwartend verhielt, reagierte Moskau und schickte Panzer, die den Aufstand mit Gewalt niederschlugen.

Im Podcast gibt Hermann Wentker einen Überblick über die Geschehnisse am und um den Volksaufstand am 17. Juni 1953. Seine Ursachen, der zeitliche Verlauf sowie seine Folgen für das SED-Regime und die Bevölkerung werden thematisiert. Außerdem wird auf die Reaktionen auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs und die Bedeutung des 17. Juni als ehemaligem Feiertag hingewiesen, wie auf die Unterschiede und den Wandel in der Erinnerungskultur der DDR und der Bundesrepublik. Hören Sie rein — 18 I HiKoPod I 17. Juni 1953 – 70 Jahre Volksaufstand in der DDR.

17 ǀ HiKoPod ǀ Antisemitismus in der Berliner Nachkriegsgesellschaft. Fortsetzung des Gesprächs mit Philipp Dinkelaker

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In der von den Nationalsozialisten erpressten Kollaboration der Juden und Jüdinnen spiegelt sich die perfide Vorgehensweise dieses mörderischen Systems grauenvoll wider. Wie allerdings die Justiz und die Verwaltung nach 1945 sowohl in der SBZ (und späteren DDR) als auch in den westlichen Besatzungszonen (beziehungsweise der späteren Bundesrepublik) mit den unter Zwang agierenden Jüdinnen und Juden als sogenannte NS-Kollaborateure umgingen und wie der Antisemitismus in der Nachkriegsgesellschaft fortdauerte, ist ein in der Forschung erst in jüngerer Zeit behandeltes, aber noch nicht hinreichend bearbeitetes Themenfeld.

Diesem Forschungsgebiet widmet sich der Podcast. Er gibt Einblicke in Einzelschicksale der sogenannten ‚Greifer‘ sowie ‚Greiferinnen‘ und beleuchtet deren weitere Stigmatisierung im nach wie vor antisemitisch geprägten Nachkriegsdeutschland – sowohl in Ost als auch in West. Wie dem anhaltenden Antisemitismus in unserer pluralistischen und sozial-liberalen Einwanderungsgesellschaft heute begegnet werden kann, thematisieren wir ebenfalls. Hören Sie rein — 17 ǀ HiKoPod ǀ Antisemitismus in der Berliner Nachkriegsgesellschaft.

16 ǀ HiKoPod ǀ Antisemitismus vor 1945 und der Aufbau mörderischer Strukturen in der NS-Zeit. Ein Gespräch mit Philipp Dinkelaker

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Der Begriff Antisemitismus wurde zwar 1879 erstmalig vom Journalisten Wilhelm Marr geprägt, aber das Phänomen des Judenhasses ist weitaus älter. Seit mehr als 2.500 Jahren ist die jüdische Religionsgemeinschaft (mal mehr, mal weniger, meist wellenartig) von Erniedrigung, Verfolgung und sogar Mord betroffen.

Mit dem unfassbaren Völkermord der Nationalsozialisten an den deutschen sowie europäischen Juden und Jüdinnen führte die Judenfeindschaft zu einem ‚Zivilisationsbruch‘. „Das hätte nicht geschehen dürfen!“, fasste Hanna Arendt das Unfassbare zusammen und brachte damit die mörderische Perfidität der Nationalsozialisten auf den Punkt. Die Gestapo griff bei ihrer ‚Ausrottungspolitik‘ und in der Umsetzung ihres verbrecherischen Plans auf jüdische Gemeindestrukturen zurück und instrumentalisierte Juden und Jüdinnen auf unheilvolle Weise.

Welche Strukturen die Nationalsozialisten schufen und wie sie jüdische Gemeindestrukturen missbrauchten, wird im Podcast ebenso vorgestellt wie das Gift des Antisemitismus, dass sich über Jahrtausende in die Gesellschaften eingebrannt hat. Hören Sie rein — 16 ǀ HiKoPod ǀ Antisemitismus vor 1945 und der Aufbau mörderischer Strukturen in der NS-Zeit.

15 ǀ HiKoPod ǀ Die Geschichte des Frauentages – seine Entwicklung von 1920 bis zur Gegenwart. Ein Gespräch mit Pauline Puppel

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Der Internationale Frauentag wird seit 1921 in Deutschland im März begangen und er stellt von Anfang an ein Kampftag der Frauen für ihre Gleichberechtigung dar. Mit der Weimarer Verfassung errangen die Frauen das aktive und passive Wahlrecht und in den Goldenen Zwanzigern genossen die Frauen, insbesondere in Berlin, gesellschaftliche Rechte und Freiheiten, die zuvor undenkbar waren. Gleichzeitig erhielt der Frauentag Konkurrenz vom Muttertag, den die Nationalsozialisten später instrumentalisierten. Nach 1945 entwickelten sich infolge der deutschen Teilung zwei verschiedene Gesellschaftsmodelle, in denen das Frauenbild – zumindest theoretisch – unterschiedlich gezeichnet wurde. Während in der DDR die Frau (in der Theorie) dem Mann gegenüber gleichgestellt war, rangen bundesrepublikanische Frauenbewegungen mit vielen kleinen Schritten den männlich dominierten Parlamenten Gesetze zur Gleichstellung ab, um ihre gesellschaftliche Position zu verbessern.

Auch international konnten weibliche Initiativen zur rechtlichen Besserstellung der Frauen Erfolge erringen. Doch wenngleich schon viel erreicht ist – von einer faktischen Gleichstellung der Geschlechter ist auch die deutsche Gesellschaft noch weit entfernt. Weder sind Frauen in deutschen Parlamenten, Vorständen oder Regierungen paritätisch vertreten, noch erhalten alle Frauen für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn wie ihre männlichen Kollegen.

Wenn Sie erfahren wollen, wie sich der Kampf des weiblichen Geschlechts um die Gleichberechtigung von 1920 bis heute gestaltete, welche Defizite noch existieren und welche Bedeutung der Frauentag in der Gegenwart besitzt, dann hören Sie rein — 15 ǀ HiKoPod ǀ Die Geschichte des Frauentages — seine Entwicklung von 1920 bis zur Gegenwart.

 

14 ǀ HiKoPod ǀ Die Geschichte des Frauentages – seine Anfänge bis 1920. Ein Gespräch mit Pauline Puppel

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Der Internationale Frauentag ist seit 2019 ein gesetzlicher Feiertag im Land Berlin. Damit hatte das Berliner Abgeordnetenhaus den linkspolitischen Kampftag des weiblichen Geschlechts zur Gleichstellung der Geschlechter zum landesweiten Feiertag erkoren, dessen Anfänge in die Zeit um 1900 zurückgehen. Erstmalig auf das Datum 8. März fixiert, wurde der Internationale Frauentag ab 1921 wohl von Kommunistinnen mit Bezug auf die Februarrevolution in Russland begangen; die Festlegung der Vereinten Nationen für den 8. März erfolgte 1977.

Von Anfang an war der Frauentag ein Tag des Kampfes um die Rechte der Frauen, zunächst stand das Frauenwahlrecht als oberstes Ziel auf der Agenda. Welche Frauenbewegungen es im 19. Jahrhundert gab, welche weiteren Forderungen erhoben wurden und wie es schließlich gelang, den Frauentag zu initiieren, erfahren Sie in diesem Podcast. Hören Sie rein – 14 ǀ HiKoPod ǀ Die Geschichte des Frauentages – seine Anfänge bis 1920.