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Geschichte

1984 beschlossen auf Initiative des damaligen Landeskonservators die Gründungsväter des „Berliner Gedenktafel-Programms“ (es waren tatsächlich ausschließlich „Väter“), im Rahmen der 750-Jahr-Feier Berlins (1987) durch die Bezirksämter von Berlin (West) in einem gemeinsamen Programm mit jeweils einer „Berliner Gedenktafel“ auf prominente Bürger und historische Stätten hinzuweisen. Jeder Bezirk sollte bis 1987 jeweils mindestens 20 Tafeln finanziert bekommen, zur 750-Jahr-Feier selbst war ein Gedenktafelführer geplant, der alle angebrachten Gedenktafeln auflisten und ihre Standorte aufzeigen sollte. Auch ein Sponsor war bereits gefunden, die Berliner Sparkasse, die zur Realisierung des Projektes einen erheblichen Betrag zur Verfügung gestellt und einen Wettbewerb ausgelobt hatte. Sieger des Wettbewerbs war der Graphikdesigner Wieland Schütz.  

Im Oktober 1985 konnten auch die ersten drei Gedenktafeln enthüllt werden, doch nun wurden die Planungen am „Grünen Tisch“ von der Realität eingeholt: Nicht jeder Bezirk war von der Idee einer einheitlich gestalteten „Berliner Gedenktafel“ angetan (Spandau und Kreuzberg schlossen sich erst nach längerer Bedenkzeit dem Programm an), und auch von den Hauseigentümern kamen Vorbehalte der unterschiedlichsten Art. wobei insbesondere Gedenktafeln, die an Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus erinnern sollten, vielfach auf Ablehnung stießen. Doch es gab auch andere Probleme: Viele Häuser, die einmal Wohnort der zu ehrenden Personen gewesen waren, standen nicht mehr bzw. noch nicht wieder, Grundstücke hatten in der Zwischenzeit eine Umwidmung (zum Beispiel in Spielplätze) erfahren. Das für 1987 anvisierte Ziel von mindestens zwanzig Gedenktafeln pro Bezirk wurde jedenfalls deutlich verfehlt. Insgesamt konnten in (West-) Berlin bis zu diesem Zeitpunkt lediglich elf Tafeln angebracht werden.

 

Die Wiedervereinigung Berlins bot die Möglichkeit, das Programm nun auch auf die ehemaligen Ost-Berliner Bezirke und damit auf den historischen Kern der Stadt auszudehnen. Zur Realisierung stiftete die Berliner Sparkasse abermals einen ansehnlichen Betrag. Doch die lange Anlaufphase bei der Bildung der „neuen“ Bezirksämter im Ostteil der Stadt, die oft ungeklärten Eigentumsverhältnisse an Grundstücken und Gebäuden, aber auch die durch die Regierung der DDR vorgenommenen zahlreichen Straßenumbenennungen, die eine schnelle Lokalisierung des anvisierten Gebäudes erschwerten, kosteten viel Zeit und verhinderten eine zügige Umsetzung des Gedenktafel-Programms in den neu hinzugekommenen Bezirken. Als sich dann noch 1997 die Königliche Porzellanmanufaktur (KPM), die Herstellerin der Porzellantafeln, gezwungen sah, nach zwölf Jahren die Kosten für die Fertigung einer Gedenktafel den Zeichen der Zeit anzupassen, ließ das die zur Verfügung gestellten Mittel schnell schrumpfen, so daß dem Projekt im Jahr 2000 das „Aus“ drohte.

 

Doch das befürchtete Ende kam nicht: Durch die Unterstützung des Vorsitzenden des „Vereins der Freunde & Förderer der Historischen Kommission zu Berlin e.V.“, Staatssekretär André Schmitz, gelang es 2007, die GASAG Berliner Gaswerke AG als neuen Hauptsponsoren zu gewinnen … mehr. Auch zahlreiche Institutionen und Privatpersonen unterstützen das „Berliner Gedenktafel-Programm“, das seit seiner Gründung fast 380 Gedenktafeln realisiert hat.

 

 

 

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